Alex Zwalen

Installationen

Haus für Kunst Uri

"Viele Grüsse aus den Bergen"

eine Arbeit für die Ausstellung
"Berge versetzen"
von Barbara Zürcher


Seit der Ausstellung >Und Aussichten< im Jahr 2003 mit A3 gross gemalten Postkarten, male ich immer wieder Postkarten. Mir gefällt das locker-leicht Hingeworfene, überraschend Ankommende und Unverbindliche, das der Versand
und Erhalt einer Postkarte ausmacht.
Die Postkarte ist eine aussterbende Spezies und das Postkartenschreiben eine aussterbende Tugend.
Ein oberflächlicher Gruss, meist aus den Ferien, einem Kuraufenthalt oder wo es die Menschen so hinzieht.
Die Postkartensammlung - Grüsse und Erinnerungen an Menschen,
denen ich heute noch begegne und solche, an die ich mich kaum mehr erinnere,
an Orte an denen ich selber war und an solche, die ich gerne besuchen würde.

Diese Arbeit ist ein Selbstporträt, in dem der Betrachter auch sich selber entdecken kann. Hat er doch sicher in vielen Fällen eine genau solche Postkartensammmlung zu Hause, ja vielleicht sogar noch jene der Eltern und Grosseltern, darf er hier in eine fremde Sammlung schauen und sich anhand von persönlichen Texten, diesen autobiografischen Fragmenten ein eigenes Bild machen.
Der Blick und das Motiv auf der Postkarte entsprechent nicht dem Blick, den ich als Maler wählen würde, ich würde nie eine solche Gesamtansicht malen, auf der Postkarte geht das locker und wenn ich die Postkarte abmale, so male ich ein Stück weit nur dieses Stück Papier vor mir und nicht die Landschaft, die sich darauf befindet. Erst dann kann ich mich vergessen und der Sehnsucht nachgehen, die von jeder dieser Karten ausgeht. Denn ich bin in der Rolle des Empfängers , allein zu Hause nehme ich Teil an den Reisen meiner Verwandten und Freunde.
Und frage mich was, will man in den Bergen .
Und suche dabei den Berg in mir, und die Bilder, die dieses Wort in mir auslöst. Es ist so gegensätzlich zu meiner Vergänglichkeit und in mir laufen Filme von sterbenden Bergsteigern und Momenten der eigenen Angst . Gerade darum vielleicht sind auch die Gefühle der Ruhe und Kraft und Schönheit so stark.
Gibt der Berg mir Kraft und lässt er mich stark sein?
Das innere und das äussere Bild des Berges, das mich selber formt?
Meine Malerei dreht sich zu einem grossen Teil um dieses ewige Thema: das äussere und das innere Bild.
Die Art der Malerei ist bewusst locker, kein genaues Hinschauen, leicht und genussvoll, wie in den Ferien, wo sind wir denn mehr uns selber? in den Ferien oder im stressigen Alltag? Ich bin mir da manchmal nicht so sicher.
Und so ist die Arbeit auch gehängt: ausgehend von einer strengen Anordnung , abwechselnd hoch und querformatig, bricht das Muster langsam auf.

Bild 1 "Installationen"
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